Textversion
Schule Aktuelles ESIS Termine Klassen Fachbereiche AGs Lehrer Eltern u. Schüler Links
Startseite Aktuelles

Aktuelles


Informationen

Schulleitung Sekretariat Kontakt Von A-Z Sitemap Impressum Datenschutzerklärung

Aus der Südwest Presse

Umbau der Salzmann-Mittelschule liegt auf Eis

Ursprünglich geplante Erweiterung gestoppt. Mehr zum Thema unter Aktuelles.

Eigentlich sollten in den Sommerferien die Bauarbeiten an der Karl-Salzmann-Mittelschule in Pfuhl beginnen. Daraus wird nichts. Die Stadt hat die längst laufende Ausschreibung gestoppt. Die nötige Generalsanierung des fast 40 Jahre alten Gebäudes wird um mindestens ein Jahr verschoben, kann also frühestens im Sommer 2011 starten. Und ob das Flachdachgebäude dann wie vorgesehen um ein Stockwerk erhöht und somit um vier Klassenzimmer erweitert wird, ist höchst unwahrscheinlich.
Was ist geschehen? Die Stadt sei „völlig überraschend“ von einer Entwicklung eingeholt worden, die nicht vorhersehbar war, sagte Oberbürgermeister Gerold Noerenberg in einem eigens anberaumten Pressegespräch, bevor er die Stadträte im zuständigen Ausschuss von der Kehrtwende informierte. Die Schülerzahlen würden sich nämlich völlig anders als erwartet entwickeln. Die Stadt war bisher davon ausgegangen, dass eher mehr, zumindest aber gleich viele Schüler wie bisher die Salzmann-Mittelschule besuchen werden. Die Anmeldungen fürs neue Schuljahr zeigen aber: Die Zahlen „gehen dramatisch nach unten“, sagte der zuständige Bürgermeister Gerhard Hölzel.
Er hatte bislang damit gerechnet, dass 25 bis 30 Prozent der Viertklässler auf die Mittelschule wechseln. Tatsächlich haben sich aber nur 15 Prozent der Viertklässler angemeldet. In konkreten Zahlen heißt das: Nur 32 Schüler werden im Herbst an der Salzmann-Schule mit dem 5. Schuljahr beginnen. Die Schule werde künftig knapp ein Drittel weniger Klassen haben.
Schuld an dieser Entwicklung sei der Freistaat Bayern, da sind sich Noerenberg und Hölzel einig. Denn seit diesem Schuljahr müssen an bayerischen Grundschulen Probearbeiten angesagt werden. Die Folge: Die Schüler lernen gezielt darauf, schreiben bessere Noten und wechseln aufs Gymnasium. Zudem spielt der Elternwille eine wichtige Rolle: Eltern können ihre Kinder auch bei schlechten Noten für weiterführende Schulen anmelden.
„Ein Unding“, schimpft der OB. Nicht nur, weil diese Politik die Hauptschule schwäche und den Kommunen die Planungsgrundlage entziehe, sondern auch weil Kinder darunter leiden müssten. „Man tut den Kindern damit nichts Gutes.“ Er kritisiert die CSU-/FDP-Regierung des Freistaats scharf: „Das kann keine funktionierende Schulpolitik sein.“ Er fordert ein Umdenken und hofft auf Einsicht. Auch Stadträte aller Fraktionen kritisierten das Vorgehen des Freistaats.
Der Stadt Neu-Ulm hilft das im Moment allerdings nicht weiter. Die Pläne liegen auf Eis, die Erweiterung ist gestoppt. „Wir sind der Sparsamkeit verpflichtet“, betont Kämmerer Berthold Stier, der an den geplanten 7 Millionen Euro Baukosten ohnehin schon zu schlucken hatte. Etwa 2 Millionen davon wären auf die Erweiterung entfallen. Abgesehen davon würden Zuschüsse des Freistaats gestrichen, wenn die Planung zu groß ausfällt. Rund 650.000 Euro Planungskosten sind allerdings weitgehend in den Wind geschossen, gibt die Stadtspitze zu. Allenfalls „Grundzüge“ der Planung könnten weiterverwendet werden.
Die Stadt will nun ein Jahr abwarten, ob sich die Entwicklung umkehrt und beispielsweise der Freistaat seine Schulpolitik ändert. Dieses Jahr soll genutzt werden, um ein neues Raumkonzept zu entwerfen. Auch die Verhandlungen mit der Regierung von Schwaben, die das Raumprogramm genehmigen muss und über die staatlichen Zuschüsse entscheidet, beginnen wieder bei Null – mit ungewissem Ausgang. „Wir hoffen, dass es bei der Förderung bleibt“, sagte Stier.
Als die Stadträte im Oktober 2008 die Erweiterung beschlossen, gab es bereits kritische Stimmen, die die Pläne für überdimensioniert hielten. Albert Obert (FWG) stimmte gegen die Erweiterung, weil er schon damals überzeugt war, dass die Schülerzahlen zurückgehen. Noerenberg verteidigte jetzt das Vorgehen der Stadt. Mit den damals vorgelegten Zahlen wäre die Planung angemessen gewesen. „Es ist eine sehr unangenehme Situation für uns.“

Druckbare Version

Aktuelles